Unterricht gelingt, wenn es im Klassenzimmer knistert

Unterricht gelingt, wenn es im Klassenzimmer knistert

Am Montag ist in Schaffhausen Schulbeginn. Viele Kinder, wahrscheinlich alle Erstklässler, sind neugierig und auch nervös. Was wird sie erwarten? Kinder kommen als Fragezeichen in die Schule und verlassen sie als Punkt, hat irgendjemand einmal gesagt. Ich wünsche den vielen Kindern, es möge ihnen anders ergehen, nämlich dass sie die Schule als Erlebnis- und Lernraum wahrnehmen, in dem ihre Neugierde gestillt und befeuert wird. Der Philosoph Peter Sloterdijk sagte unlängst in einem Interview über die Schule, Lernen sei die Vorfreude auf sich selbst, auf den nächsten eigenen Zustand. Ja, so sollte es sein.

Derzeit lese sich das Buch “Resonanz-Pädagogik” des Soziologen Hartmut Rosa. Einer seiner Kernsätze lautet: “Unterricht gelingt, wenn es im Klassenzimmer knistert.” Meine Schüler, die ich morgen Vormittag fünf Lektionen unterrichte, werden Erwachsene sein – junge und ältere, Detailhandelsangestellte, Handwerker und vielleicht – wie in der letzten Klassen – auch zwei Primarlehrerinnen. Es werden Menschen mit guten und weniger guten Schulerfahrungen sein. Ich freue mich auf sie, auf die Zusammenarbeit mit ihnen und hoffe, dass es mehr als einmal in meinem Unterricht knistert und ich es wahrnehme.


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