Harari: Die Menschheit und ihre grösste Herausforderung

Harari: Die Menschheit und ihre grösste Herausforderung

Er ist ein gefragter Redner, der inzwischen berühmteste lebende Historiker, der einen Weltbestseller nach dem anderen schreibt: Yuval Noah Harari. Wer nicht mindestens «Eine kurze Geschichte der Menschheit» oder «Homo Deus» gelesen hat, scheint etwas verpasst zu haben. Die NZZ vom 23. Juli 2019 veröffentlicht ein doppelseitiges Interview mit dem Star-Historiker. In vielen Punkten stimme ich ihm zu, bei einigen bin ich skeptisch. Dass wir Menschen «gehackt» werden, immer durchschaubarer und manipulierbarer werden, liegt auf der Hand. Wir füttern die neuen Medien ja dauernd mit Daten über uns: was wir am liebsten essen, wo wir die Ferien verbringen, was wir lesen, was wir mögen (Like!) oder nicht mögen.

Hat Philosophie ausgedient?

Wenn Harari sagt «Wir sollten die Philosophie eine Weile lang beseitelassen» frage ich mich ernsthaft, ob er weiss, was Philosophie ist. Philosophieren ist das Schärfen unserer Instrumente des Denkens; Philosophie ist die Kunst des Unterscheidens, der kultivierte Zweifel, der Freiraum für Gedankenexperimente. Gerade heute ist scharfsinniges Denken gefragter denn je: Wie wollen wir leben? Wie gehen wir mit der künstlichen Intelligenz «intelligent» um? Was lassen wir zu, was nicht (Stichwort: Killerdrohnen). Was halten wir für wichtig und was für schädlich? Die Welt ist nicht so, wie sie ist, sondern auch so, wie wir sie gestalten. Dafür braucht es kluge Köpfe, deshalb braucht es Philosophie.

Link zum Interview


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